Wetterinfo
Morgens trüb, aber je näher wir Avignon kamen, desto klarer wurde es. In Avignon warm und sonnig, nachmittags dann ein Platzregen :/

Heute sind wir für unsere Verhältnisse doch relativ früh losgekommen. Um 9:38 gings bei Regenwetter los nach Avignon. Auf dem Weg dahin haben wir noch getankt. An der Kreditkartenzapfsäule wollten sie eine PIN haben. Hatten wir nicht. Also nochmal angestellt und dann doch mit Kreditkarte am Schalter bezahlt. Da gings dann mit Unterschrift. Tse.

Wir sind die Überlandstrecke gefahren. Es ging durch viele Dörfer, manche größer, manche kleiner. In Apt war wohl Markttag. Stau ohne Ende. Und sogar Reisebusse sind für diesen Markt angereist. Unser Reiseführer - also das Buch - meint, die Stadt sei sehr schön. Naja, ein andermal vielleicht. Wir müssen weiter.

Auf nach Avignon Viel Verkehr Die Autos parken in einem Flussbett!
Kennt ihr schon Avignon? Und immer noch im Auto. Lange Fahrt...

Gegen 11:40 kamen wir dann in Avignon an. Sonne, wenn auch bedeckt. Aber trocken. Auf dem Parkplatz des Italiens kann man kostenlos parken. Irgendwann haben wir ihn dann auch gefunden. Der liegt unweit der Stadtmauer. Mit dem Bollerwagen gings los. Die Innenstadt ist gut zu Fuß zu bewältigen. Viele kleine Gassen, sehr viele Geschäftchen. Nur mit Fußgängerzonen hat man es hier nicht so wirklich. Es sind zwar sogar ein paar Straßen als solche ausgezeichnet, was für den autofahrenden Franzosen an sich aber eher von geringerem Interesse ist.

Und los gehts... hinein in die Stadt Der Papstpalast?  
Mo-Cam: Mo hat ein Model gefunden      
       

Essen

Wir haben Hunger. Also suchen wir ein Restaurant. Nachdem wir eine Runde durch die "Fressgässchen" gedreht haben, entscheiden wir uns für eins, das nicht ganz so im Zentrum liegt und wo auch noch was frei ist. Nachdem wir zehn Minuten an unserem Tisch gesessen haben, kommt der Garcon und... schaut uns an. Wortlos. Ich schaue zurück. Er macht große Augen. Ich ebenso. "Quoi?" fragt er. "Hä?" frage ich. "Boire ou manger?" fragt er. "Manger" sage ich. Und er geht wieder. Was war das denn? Kein Hallo, kein gar nichts. Naja. Mal schaun, was noch kommt. Nach weiteren zehn Minuten kommt die Karte. Ich hab ja überlegt, schon zu gehen, aber wir waren sehr müde und hatten echt Hunger. Getränke bestellt. Orangina für Mo, eine caraffe d'eau für uns. Wieder langes Warten. Dann wurde das Essen bestellt. Nein, Kindermenu gibts nicht, aber er macht uns eine halbe Portion Tagliatelle bolognese. Na das ist doch was. Jürgen will den Salat mit Ziegenkäse, ich das Hühnergeschnetzelte mit Pilzen und Nudeln. Wer hätte es gedacht: langes Warten. Es kamen: Eine Kinderportion Nudeln Bolognese, eine Kinderportion Hühnergeschnetzeltes und ein Salat mit Schinken und Käsestreifen. Hm. Den Salat nimmt er wieder mit, Jürgen bekommt - natürlich nicht ohne Wartezeit - einfach noch einen Ziegenkäse obendraufgeklatscht. Nach meiner Kinderportion - viel wars nicht, dafür aber auch nicht zu heiß - machte ich mich über Mos Reste und Jürgens Baguette her. Nachdem wir die Rechnung bestellt hatten und wieder eine halbe Ewigkeit darauf gewartet hatten - es waren ja noch 2 andere Tische besetzt - haben wir dann den Rechnungsbetrag ins Eimerchen und sind ... geflüchtet. Also echt. Absolut keine Empfehlung: Pearl's in Avignon, auf einer Ecke, eines der letzten Restaurants in der Restaurantzone.

Papstpalast

Der Papspalast ist schon beeindruckend. Davor ist ein großer Platz, auf dem immer was los ist. Ein paar Jungs üben neue Hip-Hop-Moves, ein Jungesellinenabschied wird lautstark gefeiert, jede Menge verschiedener Leute. Und jede Menge Deutsche. Zur Kirche kommt man kostenlos rauf, auch wenn man durch ein Tor muss. Die ist - wie es sich für eine Papstkirche gehört, riesig und protzig und voller Gold und Gemälden und Figuren und Figürchen. Ich lasse mich jetz nicht über meine Einstellung zur katholischen Kirche aus. Abgesehen davon ist das alles schon gigantisch und beeindruckend. Sogar alte, handschriftliche Bibeln werden hier ausgestellt. Natürlich nicht ohne an jeder Ecke mit großen Schildern auf die Spendenkassen hinzuweisen.

An der Kirche vorbei geht es weiter nach oben, durch eine tolle Parkanlage. Oben ist ein kleines Restaurant am Ententeich, Spielplätze, und jede Menge Aussicht. Um uns herum sieht man überall Gewitter. Hier ist es noch schön. Viel dazu schreiben will ich nicht, die Bilder sprechen für sich. Aber ich will jedem raten, hier rauf zu kommen. Man hat auch einen guten Blick auf die Pont d'Avignon. Die bestand mal aus 24 Bögen, es sind nur noch vier davon übrig. Aber schön ist sie trotzdem noch. Und, man sollte sie schon gesehen haben, wenn man mal hier war ;)

       
       
       
       
Wein auf der Dachterasse... *das* wäre toll    
Le pont d'Avignon...      
       

heimwegRegenNach einer Pause auf dem Spielplatz gehts wieder los Richtung Auto. Tja, und schon fängt es an zu Regnen. Wir haben ja unsere Regenjacken dabei. Die werden angezogen und weiter gehts. Leider bleibt es nicht bei einem kurzen Schauer, und so begleiten uns die dicken Tropfen den ganzen Weg durch die Stadt zurück zum Auto. Unterwegs stellen wir uns dann doch mal noch unter, und als es etwas nachlässt, gehts weiter. Da der Bollerwagen auch unter Wasser stand, musste Mo auch laufen, was uns etwas aufgehalten hat. Wir waren alle total durchnässt, als wir am Auto ankamen. Schuhe nass, Socken nass, Hosen nass, alles nass. Also ziehen wir uns im Auto die nassen Sachen aus und fahren los.

Einkaufen müssen wir noch. Auf dem Weg aus der Stadt raus finden wir ein Gewerbegebiet mit einem riesen Hypermarchée. Das ist eine Art Mall. Angeblich haben die Franzosen sowas erfunden und gar nicht die Amis. Wer hätte das gedacht. Wir ziehen uns wieder an und gehen rein. Achduje. Riesig ist das hier. Es gibt zwei Parkplätze und numerierte Eingänge. Die Parkreihen auf dem Parkplatz sind mit Buchstaben markiert, und zu jeden Buchstaben gibts auch ein Bildchen. Wie süß :) Unsere Reihe U hat ein Nudelholz (utiliser oder so ähnlich). Es regnet nicht mehr, wir gehen rein und finden nach sehr viel Lauferei da drinnen auch den Supermarkt. Da kaufen wir dann das Nötigste ein (und ein paar Sachen mehr) und dann begeben wir uns endlich auf die Heimfahrt. Das war auch echt anstrengend.

Nach etwa zwei Stunden Kurverei durch die Dörfer kommen wir in Allemagne en Provence an. Argl, heute ist ja das Autorennen. Das war schon länger ausgeschildert, dass am Samstag ab 13:17 bis 23:14 (oder so ähnlich) die Straße wegen einer Ralley gesperrt ist. Wir gingen davon aus, dass damit die Straße gemeint war, die neben unserem Heimweg entlangführt und ihn einmal sozusagen in einer Kreuzung berührt. Also fahre ich zunächst noch unbekümmert den Berg rauf. Um dann festzustellen, dass hier alles gesperrt ist. Der Gendarme erklärt mir dann, dass hier alles gesperrt sei, auch unser Heimweg. Super. Also muss ich erstmal im dunkeln (es ist ja schon halb 10) rückwärts die Hoppelstrecke runter, bis eine Stelle kommt, an der ich wenden kann. Könnte. Wenn ichs denn könnte. Denn, hier hats wohl auch ziemlich geregnet. Und die Erde war ziemlich aufgeweicht. Weshalb ich mich erstmal festgefahren habe. Und das quer zur Straße, mit Berg hinten und Abhang vorne. Wenn ich jetzt Vollges gebe und wieder festen Boden erwische, rase ich den Berg runter. Also nochmal langsam versuchen. Na also, geht doch. Ich fahren wieder den ganzen Berg runter und rüber zum chemin difficile, der schwierigen Strecke. Aber uns bleibt ja nichts anderes übrig. Nachdem ich hier auch zweimal stecken geblieben bin, kommen wir endlich heile zu Hause an. Hier ist nämlich gar nichts gesperrt. Was ein Tag. Schnell noch was gegessen und ab ins Bett. Avignon ist doch weiter, als wir dachten.

 

Tag 8, Samstag, 19.09.2009 - Avignon